„Tee für zwei“: Wohlfühlen und Gesundheit 

Tee zählt weltweit zu den beliebtesten Getränken. Von den in Österreich im Jahr 2009 verkauften 2828 t Tee fallen allerdings rund drei Viertel auf Kräuter- und Früchtetees, die streng genommen nur teeähnliche Erzeugnisse“ sind. Denn gemäß internationaler Bestimmungen ist der Begriff Tee ausschließlich Erzeugnissen aus Blättern, Blattknospen und Stielen des Teestrauches Camellia sinensis vorbehalten.

Info zwischen den Zeilen: Nach dem Herstellungsprozess wird Tee in drei große Typen eingeteilt: nichtfermentierter grüner Tee, halbfermentierter Oolong Tee sowie schwarzer und roter Tee, die nach der Ernte fermentiert werden, bevor sie gedämpft und getrocknet werden. Die Fermentation von Schwarztee wird durch blatteigene Enzyme erreicht, beim roten (Pu-Erh-) Tee geschieht dies durch Mikroorganismen.

Von den wirklichen Tees, also Grüntee, Schwarztee und Oolong Tee, konsumiert jeder Österreicher im Schnitt nur wenig: etwa 220 bis 230 g Schwarz- und Grüntee pro Jahr. Schade eigentlich, denn dass sich Tee positiv auf die Gesundheit auswirkt, ist schon seit langem bekannt und belegt. Dafür wird besonders eine Gruppe von sekundären Pflanzeninhaltsstoffen verantwortlich gemacht: die Polyphenole. Rund 30 % der Trockensubstanz machen sie bei der Teepflanze aus. Studien an Zellkulturen, Tierversuche, klinische und epidemiologische Studien geben deutliche Hinweise darauf, dass Polyphenole aus Tee das Risiko für und den Krankheitsverlauf von einigen chronischen Erkrankungen, besonders Herz-/Kreislauferkrankungen und Krebs, beeinflussen können. Dies beruht einerseits auf der oxidativen Wirkung der Polyphenole: Als so genannte „Radikalfänger“ verhindern die Polyphenole bestimmte Sauerstoffreaktionen im Körper, die die Tumorbildung begünstigen. Andererseits wirken die Polyphenole blutgefäßerweiternd und schützen damit das Herz. Auch beim erfolgreichen Gewichtsmanagement könnte Tee einen kleinen Beitrag leisten. Darüber hinaus zeigen sich durch den hohen Fluoridgehalt in Tee positive Effekte bei Zahnkaries. Man geht davon aus, dass Fluorid in Mengen von etwa 1-4 mg täglich zugeführt werden sollte, um die Zähne vor Karies zu schützen. Für Teeblätter wird ein durchschnittlicher Wert von 200 mg Fluorid/kg angegeben. Auf die flüssige Menge Tee umgemünzt ergeben sich etwa 1 mg pro Liter Tee.

Info zwischen den Zeilen: Der Fluoridgehalt des Tees hängt auch vom Fluoridgehalt des Teewassers und der Ziehzeit ab: Nach einer Ziehzeit von ca. sechs Minuten wird die maximale Konzentration erreicht.

Ab wie viel Tassen Tee pro Tag die gesundheitlichen Vorteile eintreten, wird noch heftig diskutiert. Viele Studien zeigen günstige Auswirkungen ab vier bis sechs Tassen, die über den ganzen Tag verteilt getrunken werden. Experten von der University of Maryland empfehlen zwei bis drei Tassen grünen Tee. In der Schwangerschaft sollte man aufgrund des Koffeingehalts von 36-42 mg/250 ml Tasse Tee nicht mehr als vier bis fünf Tassen pro Tag trinken.

 

Grün oder Schwarz Tee? 

Oft wird grüner Tee als gesünder“, also physiologisch wirkungsvoller, als der schwarze Tee dargestellt. Dabei ist der Gesamtgehalt an Polyphenolen in grünem und schwarzem Tee nahezu gleich. Den größten Anteil an Polyphenolen im Tee machen die Flavonoide aus. Zu ihnen zählen Katechine, Quercetin und Kaempferol. Menge und Art dieser Inhaltsstoffe, vor allem der Katechine, sind sehr stark davon abhängig, wie der Tee hergestellt wurde. Grüner Tee enthält vorwiegend Katechine, und hier vor allem Epigallo- catechingallat (EGCG). Dieses ist auch für das „gesunde Image“ und die schiefe Datenlage“ verantwortlich: Schließlich ist EGCG das am besten untersuchte Tee-Polyphenol und rückt so öfter ins Rampenlicht. Unter anderem spielt es auch eine kariespräventive Rolle: Es hemmt ein bestimmtes Enzym des Leitkeims bei der Kariesentstehung (Streptococcus mutans). Bei der präventiven Wirkung von etwa Herz-/Kreislauferkran- kungen zeigen sich jedoch sowohl Grüntee als auch Schwarztee potent. Grüntee wegen der Katechine, Schwarztee durch die enthaltenen Theaflavine und Thearubigine. Die Thearubigine sind übrigens für die typische braune Farbe des schwarzen Tees verantwortlich.

Lesen Sie hier: 23 Gründe grünen Tee zu trinken

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