Tee-arten

Die ursprüngliche Methode der Bereitung von Teegetränken ist die Verwendung von frischen Teeblättern, die direkt vom Strauch gezupft in heißes Wasser gelegt werden. So zubereitet schmeckt Tee deutlich anders als mit getrockneten Blättern. Frische Teeblätter sind nicht lange lagerfähig, fermentieren von allein oder verderben durch Tätigkeit unerwünschter Mikroorganismen. Daher wurde die gezielte Fermentation und Trocknung entwickelt, damit der Tee lagerfähig wird. Dabei entstehen je nach Vorgehensweise und Ausgangsmaterial zahlreiche unterschiedliche Geschmacksqualitäten. Heute werden vier traditionelle Formen unterschieden, die sich vor allem im Grad der Oxidation unterscheiden:

Grüner Tee keine gewollte Oxidation. Bei der traditionellen Herstellung wird der Tee nach der Ernte in Eisenpfannen über dem Feuer gewelkt und dann getrocknet. Bei der industriellen Herstellung geschieht dies in großen gerührten Behältern.

Weißer Tee So genannt, weil die Härchen an der Blattunterseite den getrockneten Teeblättern eine weiß-silberne Farbe geben. Keine gewollte Oxidation. Junge Triebe werden geerntet und getrocknet (wie Heu). Nur Spitzentees eignen sich zur Produktion von weißem Tee.

Oolong teilweise oxidiert. Nach der Ernte wird der Tee in Weidenkörben geschüttelt, der austretende Saft reagiert mit dem Sauerstoff der Luft. Dieser Prozess wird durch das Erhitzen in Eisenpfannen gestoppt.

Schwarzer Tee wird in Ostasien eigentlich als Roter Tee (, chin. Hong cha, jap. Kcha) bezeichnet komplette Oxidation. Wie Oolong, der Oxidationsprozess wird aber nicht gestoppt. Erst nach längerer Zeit wird der Tee fertig getrocknet. Neben diesen vier klassischen Herstellungsarten gibt es weitere, weniger verbreitete Spezialitäten Nachvergorener Tee (zum Beispiel der Pu-erh-cha) wird in Asien als Schwarztee (, hi chá) bezeichnet und ist in der Tat auch wesentlich dunkler in der Farbe als der in Europa getrunkene Schwarztee in der Tasse sieht er farblich eher aus wie Kaffee. Es handelt sich um einen ehemals grünen bis oolong-artigen Tee, der im Anschluss über einige Monate bis mehrere Jahre gereift ist.

Gelber Tee ist eine nur in China produzierte Spezialität. Es ist ein Tee, der wie weißer Tee geerntet, aber nach der Ernte nicht sofort weiterverarbeitet wird. So findet eine minimale Oxidation statt. Es ist eine der teuersten Tee-Spezialitäten, die erhältlich sind. Manchmal wird er den Grüntees zugeordnet.

 

Tipps zum Kaufen, Lagern und Zubereiten von Tee

– Lieber kleine Mengen an Tee kaufen, denn er verliert mit der Lagerzeit an Aroma.

– Tee am besten in einer gut verschließbaren Teedose aufbewahren.

– Da Tee leicht fremde Aromen annimmt, sollte man ihn nicht neben trockenen Kräutern und Gewürzen lagern.

– Für jede Teeart sollte eine eigene Teekanne bereitstehen und diese nicht mit Geschirrspülmittel gereinigt werden.

– Ein gehäufter Teelöffel pro Tasse genügt. Wird der Tee in der Teekanne zubereitet, kommt noch ein gehäufter Teelöffel dazu.

– Kräuter- und Früchtetees sollten nur mit sprudelndem, kochendem Wasser übergossen werden und der angegebenen Dauer (8-10 Minuten) entsprechend ziehen. Damit werden mögliche Bakterien, Hefen oder Schimmelpilze abgetötet.

– Aufgegossene Kräuter- und Früchtetees sollten nicht über mehrere Stunden stehen gelassen werden. Denn durch das kochende Wasser werden zwar die Keime abgetötet, im Tee vorhandene Sporen jedoch nicht. Diese widerstandsfähigeren Formen der Keime können im warmen Wasser auskeimen.

– Grüntee wird am besten mit auf ca. 60 °C abgekühltem Wasser aufgegossen.

– Je länger schwarzer Tee zieht, desto höher ist der Gehalt an wertvollen Polyphenolen. Ein Schuss Milch im Tee beeinträchtigt diesen positiven Effekt nicht.

 

Tee-Qualität

Bei der Qualitätseinstufung von Tee aus den Regionen mit Jahreszeiten gibt es zwei Klassifizierungen, zum einen nach der Ernteperiode, zum anderen nach der Qualität der Blätter. Die erste Ernte im Frühjahr liefert sehr kleine Blätter und wird als First Flush bezeichnet, die zweite Ernte im Mai als Second Flush. Die Ernte zwischen der First Flush Periode und der Second Flush Periode nennt man in between. Die Ernte nach der Second Flush- Pflückung nennt man Autumnal, die sogenannte Herbstpflückung. In between und Autumnal erreichen selten die Qualität der First- und Second Flush Tees und sind meistens preisgünstiger. In allen Teeanbaugebieten in Äquatornähe (wie in Kenya, Sri Lanka) wird wegen der fehlenden Jahreszeiten alle vierzehn Tage geerntet. Die Qualität hängt von der Lage des Anbaugebietes, der Auswahl der Blätter neben der Knospe, dem Zeitpunkt der Ernte (in oder außerhalb der Regenzeiten), der Sorgfalt in der Verarbeitung und der Kunst des teamakers ab.

Die Qualität der Blätter richtet sich nach ihrer Stellung am Zweig. Die Knospen an der Spitze werden als Flowery Orange Pekoe bezeichnet, das darunter stehende als Orange Pekoe, das dritte als Pekoe, die weiteren Blätter als Souchong. Das Wort Pekoe stammt aus dem Chinesischen und bedeutet weißer Flaum, nämlich den Flaum der Teeknospen. Der Begriff Orange bezieht sich auf das Königshaus von Oranien und bedeutet so viel wie königlich. Der Koffeingehalt von Orange Pekoe beträgt vier Prozent, der von Pekoe und Souchong ist geringer.

Tee wird im Handel in Blatt-Tee (Pekoe), gebrochener Tee (Broken Pekoe), Fannings und Staub (Dust) eingeteilt. Tees mit kleinen Blattgradierungen geben wegen ihrer größeren Oberfläche bei gleicher Menge Broken- oder Blatt-Tee mehr Aroma in kürzerer Zeit in das Wasser ab; vom Blattgrad allein kann jedoch nicht auf die Qualität geschlossen werden. Entscheidend für die Qualitätseinstufung sind Größe, Form und Farbe.

Unter den Schwarztees entwickeln Spitzengewächse aus kühlen Hochland-Lagen von ca. 1000 – 2500 m, beispielsweise aus der Region um Darjeeling (Südhänge des Himalajas), besonders feine Aromen.

Für grünen Tee gibt es eigene Qualitätsbezeichnungen. Man unterscheidet Gunpowder, Chun-Mee, Natural Leaf und Matcha. Gunpowder (dt. Schießpulver) kommt aus der ersten Pflückung im Frühjahr, bei der die jungen Blätter zu kleinen Kügelchen gerollt werden, daher die Bezeichnung. Chun-Mee entspricht dem Flowery Orange Pekoe bei Schwarztee. Natural Leaf sind ganze Blätter, die sehr mild im Geschmack sind. Matcha ist der zu Pulver zerriebene Grüntee, wie ihn die Japaner verwenden.

Follow by Email
Facebook
Facebook
Google+
Google+
https://harly-tea.at/tee-wissen
Instagram
Top