Das Wetter zeigt sich heute freundlicher als erwartet. Am Morgen liegt noch eine zarte Zurückhaltung über dem Strand, doch im Laufe des Tages bricht die Sonne durch die Wolken und schenkt uns sogar warme Strahlen.

Der erste Abstecher des Tages führt uns zur historischen Stätte von Dasan Jeong Yak-yong und zum stillen Baekryeon-Tempel. Eingebettet in einen geschützten Wald, den rund 1500 Kamelienbäume umrahmen, liegt dieser Ort wie ein verborgenes Refugium.

Der Wanderweg, dem wir folgen, verbindet den Tempel mit dem Exilort des berühmten Gelehrten Jeong Yak-yong, genannt Dasan. Hier tauschte er sich einst mit dem Mönch Chho-Ui über die Kunst des Tees aus und lernte, wie der seit der Goryeo-Dynastie wild wachsende Tee verarbeitet wird. Das Wissen um diesen Tee wurde über Generationen in einer Familie weitergegeben, bis es 1942 von einem Japaner dokumentiert und bildlich festgehalten wurde. Im Jahr 1950 stellte die Familie die Produktion schließlich ein.

Im Kloster dürfen wir einen echten Mönchstee kosten – still, duftend und voller Geschichte. Dazu essen wir Chapssal: eingeweichter Klebreis, vermengt mit Lotuskernen, Nüssen, schwarzen Bohnen und Apfel, eingewickelt in getrocknete, wieder eingeweichte Lotusblätter, die anschließend gedämpft wurden. Ein schlichtes Gericht, das zugleich reich und wohltuend schmeckt.

Nach einer kleinen Wanderung rund um die Sehenswürdigkeiten des Tempels setzen wir unsere Reise fort zur heutigen Destination: dem Daeheung-Tempel.
Der Daeheungsa-Tempel zählt zu den bedeutendsten buddhistischen Tempelanlagen Koreas und blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Am Fuß des Berges Duryunsan gelegen, war er über lange Zeit ein wichtiges spirituelles Zentrum des koreanischen Seon-Buddhismus. Besonders bekannt wurde der Tempel durch seine Rolle in bewegten Zeiten der koreanischen Geschichte, als Mönche von hier aus das Land unterstützten und kulturelle Traditionen bewahrten.

Mönch Choi, der Vater des Tees in Korea
Auch für die koreanische Teekultur besitzt Daeheungsa einen besonderen Stellenwert. Der berühmte Mönch Choui, der im 19. Jahrhundert als einer der großen Meister des koreanischen Tees gilt, lebte und wirkte hier. Er erneuerte die Kunst der Teezeremonie und verband sie mit Meditation, Achtsamkeit und geistiger Klarheit. So wurde Daeheungsa zu einem Ort, an dem sich buddhistische Praxis, Naturverbundenheit und Teekultur bis heute auf besondere Weise begegnen.
Hier wurde fast ein ganzer Tag – bis morgen vormittags – für uns eingeplant mit einem üppigen und ereignisreichen Programm. Statt vieler Erläuterungen gibt es einfach ein paar Photos mit den Details.

Das üppige Programm, welches uns Tag und nachts fordert!

Am Beginn die Einkleidung

Teeverkostung mit einem Mönch – wir durften den frischen, erst vor einigen Tagen gepflückten und eben fertiggestellten Grüntee probieren – alleine dies war den Ausflug wert.

Besichtigung der Tempelanlage und seiner verschiedenen Gebäude und Bedeutungen

Wohl der schönste Tempel der Anlage – jener mit den 1000 Buddhas – und jeder hat ein anderes Gesicht

Besuch bei den Mönchen, die heute Tee produzieren und gemeinsames Fachsimpeln

Tee rollen „monk style“

Yebul Zeremonie gemeinsam mit einem Mönch abends, aber auch um 4:10 Uhr morgens

108 Unterwerfungen und die Erfahrung, eine eigene Gebetsperlen-Kette herzustellen.

Um 21 Uhr ist Nachtruhe, bis dahin geht sich aber doch der eine oder andere gemeinsame Tee aus – wir sind ja auf einer Tee-Reise.

Schlafen am Boden – mit Fußbodenheizung auf Matratzen

Morgenstimmung nach der Andacht

Die Sonne geht auf … ganz langsam!