Nach dem außergewöhnlich langen gestrigen Tag und dem frühen Erwachen der meisten sind heute alle etwas müde und groggy. Da kommt die längere Fahrt in Richtung Hadong und zum Berg Jiri – Jirisan – gerade recht. Noch nie zuvor war es im Bus so still und entspannt.

Tempel der 7 Buddhas

Diese Region zählt zu den schönsten Berglandschaften Koreas. Sanfte, bewaldete Hügel steigen empor und verlieren sich langsam im Blau des Himmels. Am Fuß des Jirisan liegt der Chilbulsa-Tempel, der Tempel der sieben Buddhas. Hier wird besonders spürbar, wie eng im koreanischen Buddhismus Tempel, Berge und Tee miteinander verbunden sind.

Neben der Legende von sieben königlichen Brüdern, die hier Erleuchtung fanden und zu Buddhas wurden, fasziniert vor allem das alte Heizsystem Ondol in einer Einsiedelei. Rauch und warme Luft werden von einer Feuerstelle unter steinerne Böden geleitet, die die Wärme speichern und langsam wieder abgeben, angeblich bis zu einem Monat! – ein kluges Erbe vergangener Jahrhunderte.

                           

Ondol Heiz-System  zuerst befeuern und dann im der Einsiedelei ein Monat Wärme geniessen

Nach dem Mittagessen besuchen wir Dojaemyung-Cha, eine der renommiertesten Teefarmen der Region  Hadong. Bei der Verkostung überrascht ein feiner weißer Tee, der schwarze Tee entfaltet honigartige Noten, und die erste Ernte des grünen Tees, Nokcha, begeistert mit frischer Klarheit. Verdammt nette Gastgeber, exzellenter Tee – was kann schöner sein.

             

         

Den Abschluss des Tages bildet das Museumsdorf Choi Champan House. Ein kleiner Spaziergang führt uns zu dieser schönen Anlage mit vierzehn traditionellen Hanok-Häusern am Fluss Seomjingang. Bekannt wurde sie als Schauplatz des berühmten Romans Toji („Das Land“) von Park Kyongni und vermittelt bis heute einen stimmungsvollen Einblick in das Leben der späten Joseon-Zeit.

       

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