Am Morgen haben wir das Vergnügen, einer privaten Führung im Gimhae National Museum beizuwohnen. Das großzügig angelegte Haus zeigt in seiner Dauerausstellung auf zwei Ebenen die Entwicklung der Region – von der Vor-Gaya-Zeit mit prähistorischen Spuren und früher Eisenzeit bis zur Blüte der Gaya-Zeit vom 1. bis zum 6. Jahrhundert.

Zu sehen sind frühe Werkzeuge, Keramik, Gräber und Zeugnisse erster Siedlungen. Der Schwerpunkt liegt auf der Gaya-Kultur: Goldschmuck, Waffen, kunstvolle Keramik, Zeugnisse hochentwickelter Eisenverarbeitung sowie kostbare Funde aus Königsgräbern. So wird nachvollziehbar, wie sich Gimhae von frühen Gemeinschaften zu einem bedeutenden politischen und wirtschaftlichen Zentrum des Gaya-Bundes entwickelte.

     

Nach kurzer Fahrt erreichen wir das Gamcheon Cultural Village – ein vor Besuchern brodelnder Kessel und doch ein Ort von eigenwilligem Zauber. Das Viertel ist berühmt für seine bunten Häuser, die sich an steilen Hängen übereinanderstaffeln, für enge Gassen und zahllose Kunstinstallationen. Nicht ohne Grund nennt man es bisweilen das „Santorini Koreas“ oder das „Machu Picchu von Busan“.

Einst war Gamcheon ein schlichtes Wohnviertel, das sich nach dem Koreakrieg mit Flüchtlingen füllte. Im Jahr 2009 wurde es durch ein städtisches Kunstprojekt neu belebt: Künstler, Studenten und Bewohner verwandelten Häuser, Mauern und Wege in ein offenes Kulturviertel voller Farbe und Fantasie.

Der Ort lädt zum Streunen ein, zum Sich-Verlieren und Wiederfinden, zum Genießen der Aussicht, zum Entdecken von Street Art, Wandmalereien und Skulpturen. Kleine Cafés und Läden verführen zum Verweilen, und hinter jeder Ecke wartet ein neues Fotomotiv.

Zum Mittagessen kehren wir in ein im Guide Michelin erwähntes Restaurant ein und genießen feine Fischspezialitäten. Danach zieht es uns an den Strand, wo wir bei gutem Wetter die Meeresbrise kosten, bevor wir zu einer der beliebtesten Attraktionen Busans aufbrechen: dem Sky Capsule Ride. In kleinen, farbigen Kabinen gleiten wir gemächlich auf erhöhter Schiene rund zwei Kilometer an der Küste entlang – mit weitem Blick auf Meer, Felsen und Strände.

                 

Den Abschluss unseres Besichtigungsprogramms bildet der Jagalchi Market, Busans berühmter Fischmarkt und der größte Seafood-Markt Südkoreas. Direkt am Hafen gelegen, gehört er zu den Wahrzeichen der Stadt.

                       

Berühmt ist der Markt für seine pulsierende Atmosphäre: frischer Fisch, Krabben, Muscheln, Oktopus und zahllose andere Meeresfrüchte – manches davon noch lebendig. Im Erdgeschoss bieten Händler ihre Ware aus Becken und Auslagen an, im oberen Stockwerk genießen wir schließlich fangfrischen Fisch und Seafood. Abstoßend und faszinierend zugleich.

Back to list